Wolfgang Müller 

Ausstellung Holger Priess Galerie Hamburg 2012
Wolfgang Müller  
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  Wolfgang Müller "Séance Vocibus Avium", Lichtkasten  
     
 


 
  Wolfgang Müller "Hawaii Krausschwanz" und "Neuseeländische Schwarzbrustwachtel", 2008, Farbstiftzeichnungen
 
Die Installation "Séance Vocibus Avium" basiert auf den Lautäußerungen von elf ausgestorbenen Vogelarten. Im Jahr 1994
rekonstruiert Wolfgang Müller die im Jahr 1844 von drei isländischen Seeleuten bei der Tötung von Menschen letztmals
vernommenen Lautäußerungen des nordatlantischen, flugunfähigen Riesenalk (alca impennis) im Hörspielstudio des isländischen
Rundfunks rúv. Zudem rekonstruiert er den Körper des Vogels, von dem weltweit etwa achtzig Bälge in Museen und Sammlungen
existieren. Beschreibungen zu den Lautäußerungen und das Verhalten des Vogels entnimmt der Künstler dabei unter anderem
einem Artikel des Wissenschaftlers Dr. Alfred Newton aus Cambridge in der Zeitschrift „Ibis“ (1858), der die Seeleute 1854 für
die ornithologische Fachzeitung „Ibis“ ausgiebig befragt. So entsteht mit Hilfe der isländischen Schauspielerin Kristbjörg Kjeld
1994 die erste Tonaufnahme für das Projekt Séance Vocibus Avium.
   
 
 

Wolfgang Müller "Séance Vocibus Avium", Installation aus akustischer Arbeit, Lichtkasten und Zeichnungen

   
Lediglich von rund dreißig der bekannten einhundertsechzig seit 1700 auf allen Kontinenten ausgestorbenen Arten existieren
wissenschaftliche Beschreibungen, die auch Gesang oder Lautäußerungen einschließen. Im Jahr 2008 bittet Wolfgang Müller
befreundete Musiker sein Gesangsrekonstruktionsprojekt um kurzfristige Auflösung der Identität als Musiker. Sie erhalten nun
wissenschaftliche Beschreibungen über das Verhalten einer bestimmten, ausgestorbenen Vogelart und Angaben zu dessen
Gesang. Elf prominente Musiker verwandeln sich jeweils in einen Vogel und verkörpern ihn durch dessen Gesang. Der Künstler
bittet nun die Teilnehmer des Projektes um eine möglichst naturalistische, sich an den Angaben streng haltende Tonaufnahme.
Sie soll den Feldaufnahmen von Vogelgesängen zur Artbestimmung ähneln, keinesfalls nach „Tonkunst“, „Kunst“ oder „Musik“ klingen.

Mit Farbstiftzeichnungen fasst Wolfgang Müller die Gestalt der ausgestorbenen Vögel. Er tastet sich durch Motivwiederholung an die
Gestalt heran und variert die Zeichnungen der einzelnen Vögel.
 
  Wolfgang Müller
  Wolfgang Müller, Kleine Spende für die isländische Kunst, 2008
   
 
 

Wolfgang Müller "Tunkbilder", 2007, je 82,3 x 62,4 cm

 
   
 
  Wolfgang Müller "Séance Vocibus Avium", Zeichnungen
 




 
Holger Priess * Galerie 20459 Hamburg - Admiralitätstr. 71 - (+49)040/89064721 - info@holgerpriess.com