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  Hilka Nordhausen, Fixierstift auf Wand, Fotosequenz einer Zeichnungsaktion, 1974  
     
Hilka Nordhausen
Hilka Nordhausen "Untersuchungen zum Zeichenvorgang"
(A 22), 1974, je 250 x 200 cm
 
 
Hilka Nordhausen
Hilka Nordhausen
"Wölfe", 1980
Dispersion auf Karton
 
 
hilka Nordhausen
Hilka Nordhausen: "Melonen für Bagdad", Verlag Peter Engstler 1980
 

aktuell:

ausgewählte Arbeiten von Hilka Nordhausen aus dem Jahre 1974
beim
Bremer Kunstfrühling 2014


Hilka Nordhausen (1949-1993) war eine der wichtigen Persönlichkeiten im Hamburger
Kunst- und Kulturbetrieb der 70er und 80er Jahre. Die von ihr begründete und geführte
"Buch Handlung Welt" (1976-1983) war ein Ort, an dem sich Filmemacher, Autoren,
Künstler und ein interessiertes Publikum zusammenfanden, um Lesungen, Ausstellungen
mit Wandbildern und Performances zu erleben. Die Veranstaltungen, etwa mit Dieter
Roth, Martin Kippenberger, Norbert Schwontkowski, Heinz Emigholz oder Allen Ginsberg,
hatten überregionale Ausstrahlung. In der "Buch Handlung Welt" konnte man ein
für die Zeit ungewöhnlich breites Angebot an Künstlerbüchern und Texten der
literarischen Avantgarde finden (siehe Artikel in der ZEIT vom 31.12.2013) .

Hilka Nordhausen hatte an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste bei Franz
Erhardt Walther und Gerhard Rühm studiert. Noch während des Studiums begann sie
mit der Arbeit an umfangreichen Zeichnungszyklen, die nach konzeptionellen
Vorgaben ausgeführt wurden. Strukturiert durch Zeitraster oder Bewegungsabläufe
entstanden Serien, deren minimalistische Erscheinungsform mit dem notathaften
Ausdruck der Körperlichkeit der Künstlerin verbunden ist. Neben der künstlerischen
Arbeit entstand auch ein umfangreiches literarisches Werk.

In den 80er Jahren beschäftigte Hilka Nordhausen sich intensiver mit der Malerei
und entwickelte ein eigenständiges Werk, das die Qualität ihrer zeichnerischen Ansätze
ebenso wie die Freude am malerischen Prozess spüren lässt. Bei den Zeitschriften-
übermalungen überwiegen anfangs figurativ-gegenständliche Blätter, die malerisch
unmittelbar auf die gedruckte Vorlage reagieren. Die Veränderungen der Arbeitsweise
beschreibt die Künstlerin 1984: "Die Bearbeitung von 12 / 15 Büchern nebeneinander
und das prozessuale Vorgehen, die Vorlagen Seite um Seite zu bearbeiten, führt zu
einem spezifischen Farb- und Formenvokabular, was ich als "inneren Raum" bezeichne.
Er entsteht, wenn ich täglich viele Stunden fließend male. Dann finde ich zu einem
inneren Rhythmus mit den Farben, die Formen wachsen aus meinem Farbempfinden
und verselbständigen sich."

In einer ersten Übersichtsausstellung hat die Hamburger Kunsthalle im Jahre 2002
vor allem die frühen konzeptionellen Arbeiten und Zeichnungen der jung verstorbenen
Künstlerin einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt. Ein umfassender Katalog ist zu
der Ausstellung erschienen.

Holger Priess * Galerie vertritt den Nachlass von Hilka Nordhausen und zeigt regelmäßig
Werkgruppen in Galerieausstellungen.

Das Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig in Wien zeigte 2004 in einer Ausstellung
Arbeiten von Künstler der 60er und 70er Jahre, die nach kurzen bedeutenden Werkphasen
aus dem System Kunst ausgeschieden sind. Hilka Nordhausen war mit Arbeiten aus den
70er Jahren in der Ausstellung des Mumok vertreten. Im Verlag der Buchhandlung
Walther König ist ein Katalog erschienen.

2010 wurden in der Ausstellung "Weisser Schimmel" in der Sammlung Falckenberg
mehrere Arbeiten von Hilka Nordhausen gezeigt.



Besprechungen / reviews
Daniel Völzke im Tagesspiegel
Helmut Höge in der taz
Frank Keil über die Buch Handlung Welt in der ZEIT

Das ARCHIV Hilka Nordhausen - jetzt umfangreich auf der neuen website
www.hilkanordhausen.de



 



Holger Priess * Galerie 20459 Hamburg - Admiralitätstr. 71 - (+49)040/89064721 - info@holgerpriess.com