Peter Rösel

Ausstellung Holger Priess Galerie
Hamburg 2014
Peter Rösel Schneelandschaft  
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  Peter Rösel, 46°58.67N-10°22.53E-HDG112°, 2014, Öl auf Baumwolle, 60 x 100 cm
 
     


 
 

 

 
Unter dem Titel „détour“ werden in der Ausstellung der Holger Priess Galerie Malereien von Peter Rösel
gezeigt. Erstmals sind die neuen Schneelandschaften von Peter Rösel zu sehen. Es sind naturalistisch
wirkende Landschaften der Hochalpen mit schneebedeckten Bergen und strahlendem Gletschereis,
Landschaften voller Erhabenheit, Zonen der Schönheit und der Stille.

Die Schneelandschaft ist ein neues Motiv im Werk von Peter Rösel. Im Vergleich zu den in den letzten
Jahren entstandenen lebhaften Landschaften mit Blumenfeldern und blühenden Wiesen transportieren
diese eine Stimmung der Ruhe, die an seine Fata-Morgana-Bilder mit Wüstenmotiven erinnern. Himmel
und Erde liegen ganz nah beieinander. Die Szenerie erscheint geradezu überirdisch, weit weg vom
Trubel der Welt – als ob die Zeit hier langsamer vergeht. „Die sublunare Dramatik, die das Erhabene
immer wieder an den Bergen entdeckt, beruht auf der Sehnsucht, sie zu überwinden: sie aufeinander
zu türmen, den Ossa auf den Olymp und diesen wieder auf den Pelion, um des Himmels ansichtig zu
werden.“ (Raoul Schrott: Tropen. Über das Erhabene. München 1998)
 
 
Peter Rösel Schneelandschaft
Peter Rösel, 46,58.7085N - 11,6.182E - 33433/114, 2014, Öl auf Baumwolle, 60 x 90 cm
 
Auch wenn Peter Rösel zunächst vor allem für seine Installationen und Objekte aus Uniformstoffen
bekannt wurde („Seerosenteich“ 1997, MMK Frankfurt a.M.), so findet sich auch die Auseinandersetzung
mit der Tradition von Landschaftsmalerei durchgängig in seinem Werk. Anfang der Neunzigerjahre zeigte
er in seiner ersten Ausstellung typische deutsche Landschaften, auf Bierdosen gemalt. Die Tradition des
Genres wird ironisch gebrochen, quasi eine gemütliche Romantik. Seit Ende der Neunziger malt er
Wüstenszenerien, Dokumente der Zivilisationspräsenz im scheinbar unberührtem Landschaftsraum und
nahezu abstrakte „Meditationen“ der Wüstenlandschaft. Rösel fasst diese Bilder zusammen im „Fata-
Morgana-Zyklus“ und verweist damit selbst auf das Phänomen von Naturerkenntnis und der Nachbildung
der Natur im schöpferischen Prozess. Der Künstler konstruiert alle diese Landschaften. Die Betrachtenden
projizieren sowohl ihre Erinnerungen als auch ihre Vorstellungen. „Also ist die Erhabenheit in keinem
Dinge der Natur, sondern nur in unserem Gemüte enthalten, sofern wir der Natur in uns, und dadurch
auch der Natur (sofern sie auf uns einfließt) außer uns, überlegen zu sein uns bewusst werden können.“
schrieb Immanuel Kant 1790 in der „Kritik der Urteilskraft“.
 
Peter Rösel
Peter Rösel, Ausstellung in der Holger Priess Galerie Hamburg 2014
 
Peter Rösel Schneelandschaft
Peter Rösel, 46,59.219N - 11,6.9528E - 35611/593, 2014, Öl auf Baumwolle, 100 x 120 cm
 
Doch die „erhabene“  Gebirgs- und Wüstenlandschaft verankert Rösel zugleich immer wieder in unserem
technischen Zeitalter. Die Titelbezeichnung mit dem GPS Code, der den realen Ort des Landschaftsmotivs
angibt, an der Leinwandseite oder –rückseite aufgeschrieben, wird auf die naturwissenschaftliche
Nachprüfbarkeit des vom Künstler Gesehenen und Gemalten verwiesen. Die Bilder sind eben doch keine
romantischen Landschaften sondern Naturentwürfe eines Künstlers der Gegenwart, der als Konstrukteur
der Welt alle künstlerischen Techniken und naturwissenschaftliche Erkenntnisse einbringt.  So sind auch
die neuen Bilder von Peter Rösel Landschaften zwischen Erhabenheit und virtueller Realität.

 

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